Höhenfieber
- Hans und Dorli

- Jan 29
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Kolumbien hat Anstoss an die Karibik und an den Pazifik, ausserdem liegt ein grosser Teil seines Gebiets im Amazones. Geprägt wird Kolumbien jedoch durch die drei Cordilleras, drei Bergketten welche sich - wie drei Finger - von Süden nach Norden ausbreiten. Wer in Kolumbien reist, muss immer wieder die Cordilleras mit ihren steilen Bergflanken queren. In mittleren Höhen finden sich überall Kaffee-, darüber Gemüseplantagen und Viehweiden.
Die Strassen durch die Berge sind oft einspurig, nur teilweise asphaltiert und führen bis auf 3'500 müM durch indigene Dörfer mit farbenfrohen Märkten. Kreuzungen mit Lastwagen, aber auch Engstellen infolge Erdrutschen sind abenteuerlich. Eine Geschwindigkeit von mehr als 10 bis 20 km/h liegt selten drin. So dauert die Fahrt oft einen ganzen Tag. Zudem sollten einige der Strassen an ein, zwei Tagen pro Monat nicht befahren werden. An diesen Tagen sammeln die Narcos die geernteten Kokapflanzen ein, um sie an die Umschlagsorte in Küstennähe zu transportieren. Dabei wollen sie nicht gestört werden. Die lokale Bevölkerung wird jeweils am Vorabend informiert: Morgen besser zu Hause bleiben! So erkundigen wir uns vor jeder Querung, ob die Strasse sicher sei. Wir haben Glück, müssen nie “zu Hause bleiben”, können sogar die berüchtigte Ruta 26 problemlos befahren und dabei auch die interessante archäologische Stätte “Tierra Dentro” mit ihren Erdgräbern besuchen.
Eine einzige Wüste findet sich in Kolumbien, die Desierto Tatacoa. Da wollen wir hin und müssen einmal mehr den Río Magdalena queren, der von der südlichsten Ecke durch ganz Kolumbien bis an die Karibikküste fliesst. Von der Hauptstrasse führen zwei Pisten in die Tatacoa Wüste. Wir wählen die kürzere, aber hopla, die Piste endet am Ufer des Río Magdalena. Kein Problem! Der Schiffsführer eines Pontos mit Aussenbordmotor winkt uns zu sich und lässt uns gleich über die wackelige Rampe hochfahren. Eine Viertelstunde später sind wir am anderen Ufer.
Unsere Zeit in Kolumbien beenden wir mit einer Seilbahnfahrt in eine tiefe Schlucht. Dort findet sich die imposante Wallfahrtskirche Las Lajas. Fast alle Ortschaften in Kolumbien werden von einer oder mehreren Kirchen dominiert. Las Lajas übertrifft alle!
Mit ihrem “Segen” überqueren wir die Grenze zu Eucador. Und wie erleben wir dieses Land? Als erstes überrascht uns, dass in den Restaurants Cuy (Meersäuli) serviert wird und überall Lamas am Strassenrand angebunden sind, beides wohl Anzeichen der Nähe zu Peru. In den Dörfern fehlen uns der Blumenschmuck an den Häusern und die riesigen Kirchen. Hingegen sind überall hohe Vulkane zu sehen, sofern Nieselregen und Nebel die Sicht zulässt.
Wir erwarteten nicht, dass wir in Kolumbien und Ecuador, soviel Zeit in Höhen über 3'000 müM verbringen. Anfänglich fanden dies unsere Köpfe gar nicht gut und dröhnten, eben “Höhenfieber”. Inzwischen haben sich unsere Körper an die Höhe gewöhnt. Wir können joggen, Lagunen umwandern, mit dem Bike locker zum Mercado im Dorf hinunterrollen und mit gefülltem Rucksack die 800 Höhenmeter zu unserem Camp zurück strampeln, letzeres nicht ganz so locker! Wir erklimmen sogar den Volcán Cotopaxi, nicht bis zum Gipfel, aber immerhin bis zu Schnee und Eis auf 5'000 müM! Danach wärmen wir uns in der wunderschönen Therme Papallacta auf.
In Ecuador überschreiten wir auch den Äquator und wechseln endlich von der Nord- zur Südhalbkugel. Das kleine Museum “Mitad del Mundo (Mitte der Welt)” zeigt uns, dass nur am Äquator alle Sterne der Himmelskuppe beobachtet werden können.
Als nächstes geht es in tiefere Gefilde. Wir machen “Ferien” auf den Galápagos und werden danach den ecuadorianischen Amazones erkunden.




























































Hallo zusammen, da erlebt ihr ja eine spannende Zeit, tönt alles sehr interessant und ist sehr informativ. Liebe Gruess Erna