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  • Hans und Dorli

Camino de Muerte

Die Passhöhe „La Cumbre“ liegt auf 4‘670 müM und genau hier starten wir mit unseren Mountainbikes. Zuerst geht es auf der mit Schlaglöchern versetzten Asphaltstrasse über 30 km flott bergab. Es ist kalt, neblig und es regnet!


Auf 3‘500 müM biegen wir in den „Camino de Muerte“ ein. Das holprige, ungeteerte Strässchen ist 32 km lang, sehr schmal und verläuft entlang der extrem steilen Bergflanken. Kein Wunder gab es hier, vor dem Bau der neuen Asphaltstrasse im 2006, rund 100 Todesopfer pro Jahr! Das Kreuzen von Autos ist an vielen Orten unmöglich. Mit dem Bike ist das aber kein Problem. Eindrücklich ist die Strecke aber alleweil, insbesondere auch mit dem Wechsel von der kargen Bergwelt zur subtropische Vegetation. Vier Stunden dauert die anstrengende Fahrt im Dauerregen runter ins Tal! Zum Glück holt uns dort ein PickUp ab und bringt uns zu unserem gemütlichen Cabana im Dorf Coroico hoch.


Wir fahren den „Camino de Muerte“, die Todesstrasse, auch mit unserem Rubi problemlos runter. Allerdings versperrt ein Erdrutsch - nach etwa zwei Dritteln der Strecke - die Strasse. Zum Glück ist ein Bagger bereits am Räumen. So können wir als Erste runterfahren. Die hochfahrenden Bolivianer haben mit ihren normalen Autos keine Chance und müssen umkehren, filmen aber vorher noch unsere Fahrt mit ihren Mobiltelefonen.


Auch im kleinen Dorf Coroico wird Karneval gefeiert. Schon früh am Morgen spielen auf dem Hauptplatz zwei Musikbands. Alle Leute sind ausgelassen, es wird gesungen und getrunken. Auch hier kommt Schaum zum Einsatz. Uns wurde geraten, an diesem Tag nicht Auto zu fahren. Darum marschieren wir zu Fuss ins Dorf zum Einkaufen und zum Zuschauen.


Es ist spannend! Neben dem ausgelassenen Treiben werden die Autos, die Restaurants, die Läden und die Häuser „gesegnet“. Blüten werden gestreut, Süsswein, Coca oder andere Wässerchen darüber gespritzt, das Ganze mit Fasnachtsbändeln verziert und zum Schluss wird ein ganzes Bündel „Frauenfürze“ gezündet. Das soll Glück bringen - oder zumindest Unglück verhindern!


Das Dorf Coroico ist nur etwa 100 km von La Paz entfernt. Allerdings fühlt man sich hier wie in einer anderen Welt. Die Pflanzenwelt ist fast überbordend. Überall wachsen Bananen und andere Südfrüchte, vorallem wird auch sehr viel Coca angebaut. Die Coca-Blätter werden auf Tüchern getrocknet und in grossen Bündeln auf die vielen Kleinbusse geladen und nach La Paz gebracht.


Wir sind ein bisschen zu früh in dieser Gegend. Viele Strassen sind verschlammt, da immer noch Regenzeit herrscht. Erst ab Mitte März soll sich das ändern. Darum muss auch unser Dachzelt etwas Pause machen. Es ist einfach zu nass zum Zelten. Schade!





















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