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Lichthupe …

  • Writer: Hans und Dorli
    Hans und Dorli
  • 1 hour ago
  • 3 min read

Zwei Autos mit Lichthupe! Was soll das? Wir fahren langsam um die Felsnase, direkt in eine dichte Nebelbank.  Fahrzeuge stehen quer auf der Strasse … Nur schwach erkennen wir Leute. Jemand winkt, ein Polizist … drei Fahrzeuge sind ineinander verkeilt … die Ambulanz ist schon da. Erleichtert tasten wir uns an der unwirklichen Unfallstelle vorbei. Der dichte Nebel fordert uns die nächsten zwei Stunden, bis wir unseren Übernachtungsplatz erreichen. Ans Fotographieren denken wir nicht.

 

Immer wieder werden wir per Lichthupe gewarnt: eine Engstelle, ein Felsbrocken mitten auf der Strasse, ein riesiges Schlagloch, eine Polizeikontrolle oder eben ein Unfall. Ein wirksames Warnmittel, welches vorallem die ecuadorianischen Lastwagenfahrer konsequent einsetzen. Ein anderes Warnmittel: Liegt ein Ast unnatürlich auf der Strasse, folgt meistens ein Riesenschlagloch oder eine veritable Senkung der Strasse. Ansonsten ist die Fahrweise der Ecuadorianer recht abenteuerlich. Überholen in der Kurve ist gang und gäbe. Entgegenkommende Fahrzeuge müssen an den Strassenrand ausweichen. Meistens funktioniert das ja gut ... Licht erscheint vielen Fahrern bei Nebel, Dämmerung und Nacht unnötig oder es ist eh defekt. Darum meiden wir tunlichst das Fahren in der Nacht.

 

Zur Geschwindigkeitsbegrenzung werden in den Dörfern, aber auch auf offener Strasse eindrückliche Schwellen eingesetzt. Meistens sind sie gelb angemalt, so dass man sie rechtzeitig erkennt und abbremsen kann. Ohne Bemalung sind sie schwer zu erkennen, was Boryx zwei-, dreimal zu kurzen Flugstrecken verleitet …

 

Dank den Ölfeldern führt eine asphaltierte Strasse von Quito, der Hauptstadt Ecuador’s auf knapp 3'000 müM, in den Amazonas. Parallel dazu verlaufen zwei hässliche Öl-Pipelines. Während mehrerer Monate war diese Strasse nach einem gewaltigen Erdrutsch unterbrochen. Dank einer abenteuerlichen Umfahrung durch das Flussbett können wir die spannende Strecke nun befahren und einen Abstecher per Boot ins Reserva Cuyabena im feuchten Amazonas machen. Leider zeigt sich der Regenwald wegen Wolken und Regen nicht in seiner vollen Farbenpracht. Dank der einsetzenden Regenzeit ist hingegen die Laguna Grande gut gefüllt und lädt zum Baden ein, was nur während weniger Monate im Jahr der Fall ist.

 

Nach dem Dschungel fahren wir durchs Hochland in den Süden von Ecuador. In einer wunderschönen Gegend mit vielen indigenen Streusiedlungen liegt heute das Zentrum der Herstellung des weltbekannten “Panama Hat”. Dieser wird von indigenen Frauen aus den Fasern einer palmartigen Pflanze gewoben, welche nur an der Küste von Ecuador wächst. Seinen Namen verdankt der Sonnenhut seiner weltweiten Vermarktung via Panama. Natürlich kann es Dorli nicht lassen und erwirbt sich in einer kleinen, indigenen Werkstatt einen echten Unisex Panama Hat.

 

Unsere letzte Station in Ecuador ist Quenca, eine einladende Stadt im Süden mit einem gut erhaltenen kolonialen Zentrum. Uns machen besonders die grosszügigen Parks entlang der vier Flüsse, die luxuriöse Therme und der nahe Nationalpark Cajas Eindruck. Unendlich viele Lagunen, Flüsschen und Sümpfe prägen diesen Park - und dies auf 4'000 müM.

 

Wir bleiben - trotz Regenzeit - länger in Ecuador als geplant. Die Vielfalt ist eindrücklich: Galápagos, Amazonas, hohe Vulkane, einzigartige Lagunen, unzählige Thermen, riesige Wasserfälle, indigene Dörfer und vieles mehr. Das Land wirkt überraschend ordentlich und gut organisert. Von der berüchtigten Narco-Kriminalität bekommen wir nichts zu spüren. Im Gegenteil, immer wieder ergeben sich gute Begegnungen mit Einheimischen, aber auch mit anderen Reisenden.

 

Nun heisst es Abschied nehmen. Den Zollübergang nach Peru schaffen wir in Rekordzeit von weniger als einer Stunde. Wir freuen uns auf das letzte Land unserer jetzigen Reiseetappe!















































 
 
 

1 Comment


Guest
22 minutes ago

Vielen Dank für all Eure Bilder und Geschichten, die ich immer gerne ansehe und lese. Ich bin über die Jahre viel in Zentral- und Südamerika unterwegs gewesen und kenne viele dieser Orte sehr gut. Ich war allerdings immer per Bus unterwegs. Offenbar seid Ihr jetzt in Peru, meiner Meinung nach das schönste und interessanteste Land in Südamerika. Der Norden ist genauso interessant wie der Süden. Verpasst Kuelap nicht, in der Nähe von Chachapoyas. Und von dort durch den Marañón Canyon nach Cajamarca--eine atemberaubende Strecke. Ich bin die Strecke im Bus gefahren. Geheimtip: Museo Tumbas Reales De Sipán in Lambayeque. Ich freue mich auf die nächste Meldung. Peter

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