Search
  • Hans und Dorli

Eisenerz und Windturbinen

Rostrot fliesst das Wasser den Bach hinunter. Dorli kraxelt zuerst im Kiesbett und danach auf dem engen, holprigen Weg den Bach hoch. Fünfzehn Mal muss sie das Bachbett queren. Kein Problem mit unserem Rubi. Oben stossen wir auf die Ruinen der ehemaligen Mine. Bis vor etwa 50 Jahren wurde hier Eisenerz abgebaut, darum das rote Wasser.


Überall an der Costa Verde im Westen Sardiniens trifft man auf verfallene Gebäude, rostige Bahngleise und sonstige Minenanlagen. Silber, Eisenerz, Bauxit und anderes wurde hier abgebaut, bis die Konkurrenz aus Asien, Afrika und Südamerika den Markt einbrechen liess. Eindrücklich sind auch die Überreste der Villen der ehemaligen Minendirektoren, natürlich alle an wunderschönen Orten mit toller Aussicht. Im Gegensatz dazu dominiert auf den Bergkämmen im Norden die moderne Technik. Unzählige Windturbinen prägen die Weite und stören die Ruhe.


Für unsere Gruppe ist aber beides eine tolle Sache: Über verfallene Minenstrassen, holprige Zubringer zu den Turbinen, ausgewaschene Forstwege, manchmal auch steile Brandschneisen fahren wir im Schritttempo durch die leere Landschaft. Wir übernachten an einsamen Plätzen in den Bergen, schlafen im Dachzelt, kochen am Feuer und produzieren Schlagrahm … mit der Bohrmaschine. Unter kundiger Führung von David üben wir auch das Bergen von Fahrzeugen mit Schaufel, Bergekissen und Seilwinden, was Zeit und Nerven kostet.


Natürlich darf in Sardinien der Strand nicht fehlen. Im Westen wandern wir durch die eindrücklichen Dünen und schwimmen im warmen Meer. An der Ostküste geniessen wir in einem schönen Strandrestaurant ein perfektes Churasca-Menu, das jeder brasilianischen Churasceria die Stange halten kann.


Richtig gemütlich ist der Abschied von Sardinien, wäre da nicht der platte Reifen, der uns ganz zum Schluss zu einem Radwechsel zwingt. Doch auf der Fähre nach Toulon ist das schnell vergessen und wir freuen uns auf die Weiterreise nach Andalusien.























91 views0 comments