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  • Hans und Dorli

Esquela Baquedano

Coyhaique ist das Zentrum und die grössten Stadt in Aysen, dem mittleren Teil des chilenischen Patagoniens. Während 8 bis 10 Monaten im Jahr wird hier geheizt, meist mit kleinen Holzöfen und feuchtem Holz, was zu starker Luftverschmutzung führt. Die Primarschule Escuela Baquedano verfügte schon länger über eine zentrale Holzheizung. Heizung und Gebäude waren aber in einem schlechten Zustand und die Temperatur in den Klassenzimmern erreichte im Winter lediglich etwa 10 Grad. EBP Chile begleitete mehrere Projekte zur wärmetechnischen Sanierung dieser Schule und zur Einrichtung einer zentralen Holzschnitzelheizung. Neben technischen Fragen waren auch finanzielle und institutionelle Fragen zu lösen und die Bevölkerung zu sensibilisieren. Für letzteres wurde ein kurzer Erklärfilm erstellt (Anklicken und runterscrollen zum Film: Spanisch, Deutsch).


Wir besuchten die Esquela Baquedano vor vier Jahren im Rahmen einer Delgationsreise von BR Doris Leuthart. Dabei lernten wir Till, Bettina und ihre Familie kennen. Sie sind aus der Schweiz, leben aber schon lange hier. Auch dieses Mal besuchen wir sie und verbringen ein paar Tage in der Stadt.


Wir sind erstaunt, wie stark die Protestaktionen auch hier im Süden ihre Spuren hinterlassen haben. Sogar am Montagmorgen ist die Polizei deutlich präsent. Viele Geäude sind verrammelt. Statt Glasfronten sieht man nur noch Holz- oder Aluverkleidungen. Wie in anderen Städten Chiles dauern die Protestaktionen an. Einerseits gibt es konstruktive Bürgerversammlungen. Anderseits nutzen einzelne Gruppierungen immer wieder die Situation aus und vandalieren wild drauf los. Schade!


Aber wir greifen vor! Zuerst absolvieren wir die „Travesia las Horquetas“, eine dreitägige Zwei-Pässe-Wanderung etwas südlich von Coyhaique. Trotz dunklen Wolken wandern wir fröhlich los. Der Wetterbericht ist ja nicht so schlecht. Über Stock und Stein geht es flott voran. Auch die vier Bachquerungen machen Spass. Aber dann beginnt es leicht zu nieseln. Beim Camp angelangt, bauen wir rasch unser Zelt auf und schlüpfen - um 16 Uhr - in den Schlafsack. Vielleicht hört der Regen ja auf und wir können etwas kochen. Das soll nicht sein. Um 21 Uhr essen wir im Zelt ein Stück Brot und versuchen zu schlafen.


Auch morgens um 7 Uhr regnet es noch tüchtig. Aber dann schaut die Sonne ganz scheu durch Wolken und Bäume. Es tropft nur noch von den Bäumen. Wir wagen uns raus und sehen erst jetzt, dass gestern rund ein Dutzend weitere Wanderer eingetroffen sind, darunter zwei Frauen mit einem Guide. Dieser meint, die Passquerung sei im Moment wegen Schnee und starkem Wind zu gefährlich. Uff! Gegen 9 Uhr berät sich Hans erneut mit dem Guide. Die beiden kommen zum Schluss, dass man es versuchen kann. Schlimmstenfalls müsste man umkehren und einen Tag warten. Wir ziehen als Erste los und kommen problemlos durch den engen Passübergang und über die Schneefelder.


Nach sechs anstrengenden Wanderstunden erreichen wir das zweite Camp. Es ist trocken, die Sonne scheint, aber es ist kalt! Eine Tomatensuppe muss her und nachher ein Risotto. Das Zelt und alle anderen Sachen sind wieder trocken. Rasch ist das Zelt aufgestellt und eingerichtet. Um 18 Uhr schlüpfen wir erneut in den Schlafsack, dieses Mal wegen der Kälte!


Am nächsten Morgen geht es weiter zum zweiten Pass, einem exponierten Bergrücken. Spätestens um 14 Uhr muss dieser überquert sein. Am Nachmittag kann der Wind so stark werden, dass er Leute umschubst und sogar flache Steine den Hang hochschleudert. Wir holen die beiden Frauen und den Guide kurz vor dem Pass ein. Die drei werden noch zwei weitere Nächte in der Höhe verbringen. Wir hingegen wandern nach dem Pass auf einem wunderschönen Trail direkt runter ins Tal! Nur die letzten 7 km muss man auf einer Staubstrasse marschieren. Wir haben aber Glück und können - nach 3 km - in einem Viehlastwagen mitfahren. Wir sind geschafft und erholen uns in einem gemütlichen Mini-Cabaña.























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