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  • Hans und Dorli

Las Vegas

Pechschwarz fliessen die Wassermassen durch Las Vegas, einem kleinen argentinischen Dörfchen in der Nähe von Mendoza. In den nahen Anden gab es ein heftiges Gewitter. Die Berge sind weiss! Hat es - bei mehr als 30 Grad - so weit runter geschneit? Nein, Hagel sei es, sagen die Argentinier.


Wir wollen auf dem Zeltplatz in Las Vegas übernachten. Hier auf 2‘000 müM ist die Temperatur einigermassen erträglich. Aber ist der Zeltplatz auch erreichbar? Auf direktem Weg leider nicht. Der Bach hat die Zufahrt weggespült. Auch mit unserem Rubi kommen wir da nicht durch! Auf der anderen Bachseite winkt uns ein Mann zu und deutet an, einen grossen Bogen zu fahren. Tatsächlich ist weiter oben eine Brücke intakt und wir können auf einem kleinen Feldweg den Campingplatz erreichen. Unser Mann hat bereits den Zaun durchschnitten und eine Notzufahrt eröffnet. Die paar wenigen Leute auf dem Zeltplatz haben die letzten zwei Stunden im starken Regen ausgeharrt. Nun sind sie ganz aufgeräumt und gesprächig. Eine schöne Stimmung, die sogar zu einem gemeinsamen Asado führt.


Wir hingegen sind trocken geblieben. Am Vormittag waren wir noch auf dem Cerro Aconcagua. Mit seinen 6‘990 m ist er der höchste Berg ausserhalb des Himalayas. Natürlich erreichten wir nur das erste Basecamp „El Confluencia“. Mit Hitze und Wind war auch das noch recht anstrengend!


In Mendoza verbringen wir zwei Tage in einer Wine Lodge mitten in den riesigen Rebanlagen. Leider entspricht die Lodge nicht gerade unseren Vorstellungen. Sie ist zwar architektonisch schön gestaltet, aber nicht wirklich gemütlich. Da fühlen wir uns im Parque Nacional „El Leoncito“ wieder viel behaglicher. Per Bike fahren wir abends hoch zum nahen Observatorium und lassen uns den südlichen Sternenhimmel erklären. Nun kennen wir das Cruz del Sur, die Tres Marias und können auch den Südpol bestimmen7!


Der Paso Agua Negra ist 4‘753 m hoch. Das lassen wir uns nicht entgehen! Durch farbige Geröllhügel fahren wir stetig hoch. Keine Brücken, keine Tunnels sind notwendig! Oben spüren wir Kopf und Bauch, die Höhe macht uns zu schaffen. Nur zu gerne rollen wir auf der chilenischen Seite wieder runter - vorbei an hoch gelegenen Geissalpen - bis zur La Laguna, wo wir auf 3‘150 müM übernachten. Sobald die Sonne untergeht, wird es kühl. Hans spürt seine leichte Erkältung, wie auch die Höhe und hat einen heftigen Schüttelfrost. Wir schlüpfen daher früh in den warmen Schlafsack.


Weiter unten im Tal steigt die Temparatur wieder auf 37 Grad. Wir biegen ins bekannte Valle d‘Elqui ein. Hier wird der chilenische Pisco fabriziert. Die Rebberge mit den Muskateller-Trauben wirken als krasse Fremdkörper in der kargen Berglandschaft. Ohne Bewässerung gäbe es hier ganz sicher keine Reben! Das Dorf Pisco d‘Elqui ist uns zu touristisch, zu esoterisch, darum verziehen wir uns auf einen schattigen Zeltplatz im nahen Seitental.

































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