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Reingefallen …

  • Writer: Hans und Dorli
    Hans und Dorli
  • 1 day ago
  • 3 min read

Nicht reingefallen sind wir bei dieser luftigen Brücke. Wir verzichten auf eine Befahrung und nehmen einen dreistündigen Umweg in Kauf. Reingefallen sind wir hingegen an der Küstenstrasse in Nordperu, wo uns drei Halunken mit einem Trick reinlegen. Zwei Tuktuk-Fahrer bedeuten uns, dass etwas an unserem Vorderrad nicht in Ordnung sei. Wir ignorieren sie. Nach einem Kilometer erneut ein Hinweis. Beunruhigt halten wir an. Ein Mann überzeugt uns, dass unser Vorderrad beim Fahren gefährlich wackle. Er arbeite in der nahen Ford-Garage und könne das Rad fixieren. Wir folgen ihm, landen allerdings in einer Hinterhofgarage, wo im Nuh die Spurstangen ausgebaut werden. Sie seien defekt. Oh Wunder, Ersatzteile sind rasch beschafft. Sie seien natürlich nicht ganz billig. Wir haben ein mulmiges Gefühl, wollen aber weiterfahren und bezahlen die Teile. Wie blutige Anfänger sind wir hereingefallen! Später erfahren wir, dass dieser Trick entlang der ganzen Küstenstrasse gang und gäbe ist. Wir ärgern uns, lassen die neuen Teile bei einer seriösen Garage in Lima überprüfen. Alles scheint OK zu sein und wir sind froh, mit Lehrgeld davon gekommen zu sein.

 

Wir entfliehen der Küstenregion mit ihren Überschwemmungen, den riskanten Überholmanövern, sowie den unzähligen Wahlplakaten und fahren in die hohen Cordillera Blanca. Die Strasse entlang des reissenden Río Santa ist faszinierend, oft gesperrt wegen Erdrutschen, aktuell aber passierbar. Auch die 32 einspurigen Tunnels durch den Cañón del Pato befahren wir problemlos. Wir übernachten auf 4‘200 müM mit Sicht auf die Laguna Parón und besteigen frühmorgens den nahen Mirador: acht weisse Fünf- und Sechstausender bezaubern uns. Auch die Laguna 69 lockt uns, was es allerdings in sich hat: eine Wanderung von 16 km hin, 16 km zurück und dazu 800 Höhenmeter. Ganz schön anstrengend auf dieser Höhe, aber unvergesslich. Gemütlicher ist die Fahrt nach Chacas. Sie führt durch den weltweit höchstgelegenen Strassentunnel auf 4‘735 müM, was unser Boryx problemlos schafft. Auch hier sind wir eingekreist von Bergen mit riesigen Gletschern, die - wie in den Alpen - auf dem Rückzug sind. Chacas entpuppt sich als wunderschönes Dorf mit einer aktiven indigenen Bevölkerung. Das Schreiner- und Schnitzerhandwerk ist hier hoch im Kurs, besonders für Altar-Aufbauten, welche bis in die USA exportiert werden.

 

Im Süden von Peru übernachten wir auf einer wunderschönen Mango Farm, wo gerade Erntezeit ist. Wir füllen uns die Bäuche mit reifen Mangos direkt vom Baum. Auch einen Besuch bei einer Pisco-Destillerie lassen wir uns nicht entgehen. Die Pan Americana führt uns direkt durch die Lineas de Nazca, welche eindrücklich sind, wenn man bedenkt, dass die Linien und Zeichnungen rund 2‘000 Jahre alt sind.

 

Die schöne Stadt Arequipa bezaubert mit ihren Kolonialbauten, den feinen Restaurants und dem alten Klosterdorf mitten in der Stadt. Beim Cañón de Colca wandern wir in die tiefe Schlucht zu einer idyllischen Oase. Hoch geht es per Maultier, was angesichts des steilen Pfades äusserst abenteuerlich ist. Genauso spannend ist die anschliessende Fahrt über einsame Pisten nach Cusco. Eine ganze Woche benötigen wir für die 450 km durch einsame Berglandschaften zwischen 4‘200 und 4‘800 müM. Wir sichten neben Alpacas, Lamas und Vicuñas auch ein Dutzend der mächtigen Anden Kondors. Kurz vor Cusco machen wir einen Abstecher zum bekannten Rainbow Mountain, welcher von unzähligen Touristen begafft wird.

 

Auch in der Stadt Cusco wimmelt es von Touristen. Trotzdem ist Cusco einzigartig und ein Besuch wert. Unser Highlight ist die Fahrt im Streifenwagen der Polizei. Da wir unseren Boryx während des Sommers in Cusco stehen lassen, ist nämlich eine polizeiliche Beglaubigung notwendig.    

 

Peru hinterlässt bei uns gemischte Gefühle. Entlang der Küste liegt unglaublich viel Abfall. Die meisten Strassen sind in einem miserablen Zustand. Die Leute im Norden empfinden wir als verschlossen und abweisend. Hingegen fühlen wir uns im Süden herzlich willkommen und geniessen die Gastfreundschaft, sowie das vielfältige Essensangebot. In den Bergen finden wir tolle, einsame Übernachtungsplätze. Auch die unzähligen Ruinen aus der Inka- und Vor-Inka-Zeit sind beeindruckend. Die immer noch andauernde, unberechenbare Regenzeit ist manchmal mühsam, behindert uns aber nicht wirklich.

 

Das letzte Wochenende verbringen wir in einem gemütlichen Hotel im Valle Sagrado, währenddessen die Peruaner ihren neuen Präsidenten und ihr neues Parlament wählen. Morgen Montag werden wir in den Flieger hüpfen und den Sommer in der Schweiz verbringen.
















































































 
 
 

3 Comments


Nicola
4 hours ago

Toll, was ihr da alles erlebt! Vielen Dank für das mit uns Teilen! Der Pisco kommt anscheinend wirklich originell aus Peru, da können wir aus Chile nicht mithalten mit so einer klaren Erklärung! ich hoffe, wir sehen uns nochmal in Chile!! Guten Heimflug erstmal!

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Hansjörg
7 hours ago

Unglaublich, wie ihr in über 4000 m noch aufsteigt und übernachtet. Da bleibt manchem die Luft weg. Danke für die interessanten Berichte und eindrücklichen Bilder. Bis bald bei uns.

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Erna
10 hours ago

Gratuliere zu eurer Abenteuerreise und wünschen euch ein gutes Ankommen in der Schweiz…..

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