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  • Writer's pictureHans und Dorli

Staccato

Updated: Jun 25, 2023

Die gelben ABS- und ESP-Leuchten und sogar die Motorenkontrollleuchte blinken wie wild. Auch die rote Öllampe und die rote Batterielampe warnen eindringlich. Der Automat lässt kein Schalten mehr zu, wir können nur noch im 1. Gang fahren. Rubi scheint müde zu sein. Dank der Pannenassistenz der Mobiliar ist rasch eine Abschleppwagen da. Es ist Samstagnachmittag, Rubi kommt vorerst ins Depot und wird am Montag in eine Jeep-Garage gebracht werden.


Wir packen ein paar Kleider zusammen, sitzen in die Autos unserer Freunde und fahren zum nahen Zeltplatz in Strandnähe. Dort seien - gemäss telefonischer Auskunft - ein Cabaña und drei Plätze für unsere Freunde mit den Dachzelten frei. Es kommt anders: Das Cabaña ist erst ab Sonntag verfügbar und im Restaurant neben dem Zeltplatz wird bei dröhnender Musik Hochzeit gefeiert. Wir fahren weiter zum roten Fluss und finden ein lauschiges Kiesplätzchen. Unsere Freunde packen zwei Plachen und ein paar Wolldecken aus. Unser improvisiertes Nachtlager ist perfekt!


Anderntags ziehen unsere Freunde weiter, wir werden sie später wieder treffen. Wir beziehen das Cabaña beim Zeltplatz und wandern durch die wunderschönen Dünen an den Strand. Ein toller Tag, quasi ein Ferientag vom Offroaden! Am Montagabend können wir unseren Rubi in Cagliari wieder in Empfang nehmen. Zwei Sensoren bei den Vorderrädern waren „staccato“ (abgetrennt), was die ganze Elektronik durcheinanderbrachte! Nun sollte alles wieder paletti sein. Wir geniessen den Abend in Cagliari. Das Zentrum der Hafenstadt ist erstaunlich schön und lebendig.


Sardinien blüht! Alles ist grün und von Blumen übersäht. So haben wir die Insel noch nie erlebt, waren wir doch bisher immer im Herbst da. Immer wieder treffen wir auf Ferkel, Kälber, Lämmer, junge Geisslein, aber auch Fohlen und herzige kleine Esel. Einzig die Wildsauen lassen sich nicht blicken, dafür ist ihr Runzen nachts umso hörbarer.


Wir geniessen die holprigen Forst-, Alp- und Bergwerksträsschen. Auch die eine oder andere Feuerschneise geht es steil hoch und runter. Zwischendurch ist auch umkehren angesagt: zu eng, zu steil, zu schräg, für uns nicht passierbar! Abends finden wir jeweils tolle Übernachtungsplätze, mal auf einem Hügel mit toller Aussicht, dann wieder im Tal in einer Waldlichtung und schlafen herrlich in unseren Beduin-Dachzelten.


Ein Highlight ist der Ausflug zur Gala Sissini an der Ostküste, eine wunderschöne Bucht, die meist per Boot angefahren wird. Wir hingegen holpern ein schmales Strässchen durch eine tolle Schlucht hinunter, die letzten zwei Kilometer geht es zu Fuss weiter. Kiesstrand, kristallklares Wasser, ein paar Touristenboote, ein kleines Restaurant sind die Belohnung.


Auch für Spannung wird gesorgt. Nicht nur Rubi macht Probleme. Bei einem anderen Fahrzeug verabschiedet sich der Alternator. Gleichentags wird in einer Hinterhof-Werkstatt bereits einer neuer eingebaut. Am letzten Tag versagt dann beim Pajero das Verteilergetriebe. So kommt auch noch die Seilwinde zum Einsatz.


Nach zwei erlebnisreichen Wochen geht es zurück in die Schweiz. Da will Rubi nun wirklich nicht mehr weiter, in der Offroad 4x4 Garage muss einiges repariert werden. Es waren halt doch nicht nur die „staccato“ Sensoren! So oder so war das vorerst unsere letzte Offroad-Reise mit Rubi. Ende Juli werden wir unseren neuen Iveco Daily 4x4 mit Wohnkabine in Empfang nehmen und im Herbst dann - mit etwas mehr Komfort als bisher - nach Marokko fahren.



































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