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  • Hans und Dorli

Foss, Jökull, Fjall ...

Foss wie Wasserfall, Jökull wie Gletscher, Fjall wie Berg. Weiter gehen unsere lokalen Sprachkennisse nicht. Immerhin frischen wir unsere Französischkenntnisse in einem „Intensivkurs“ auf. No, no, pas en France, jedoch in einer neunköpfigen 4x4-Gruppe. Wir sind die einzigen Deutschschweizer, ja die einzigen Schweizer überhaupt. Die anderen sind Franzosen, Belgier und französisch sprechende Polen.


Mit fünf Fahrzeugen befahren wir abgelegene Pisten. Über schwarzen Sand, durch Tausende von Bächen (effektiv sind es wohl nur etwa 250, aber immerhin!), entlang von mächtigen Gletschern und unzähligen Vulkanen, durch riesige Lavafelder und sogar über alte Schneefelder führt unser Weg. Die unzähligen Pisten mit kleinen und grossen Wasserdurchfahrten sind ein richtiges Paradies für echte 4x4-Fahrzeuge. Kurze Wanderungen führen uns zu betörenden Wasserfällen und tiefblauen Kraterseen. Abends wird gekocht, im warmen Gruppenzelt gegessen und im Dachzelt geschlafen. Zum Glück halten uns unsere Schaffelle schön warm, trotz der hellen Nächte schlafen wir bestens.


Island ist echt eine Reise wert! Entlang der Küste auf der asphaltierten Ringstrasse und bei den bekannten Sehenswürdigkeiten, gibt es trotz Corona zwar viele Touristen. Sobald man ins Hochland fährt, wird es aber einsam. Die Landschaft, die Weite, die Farbenvielfalt sind eindrücklich, zumindest dann, wenn das Wetter mitspielt! Ganz besonders ist das allgegenwärtige Moos. In den Bergen sind die älteren Lavafelsen komplett davon überzogen. Von weitem sieht das aus wie graue Felsen. Erst wenn man darüber läuft, bemerkt man, dass die Lavafelsen von 10 cm dickem, weichem Moos überzogen sind. Dort wo es feucht ist, verändert das Moos seine Farbe und spiegelt eine breite Farbpalette von dunkelgrün bis zu knallgelb wider.


Quer durch Island verläuft der mittelatlantische Rücken, welcher die noramerikanische und die eurasische Platten trennt. Die beiden Platten entfernen sich langsam voreinander, was regelmässig zu Vulkanausbrüchen, zum Entstehen neuer Vulkane und zu mächtigen Lavaströmen führt. Ein Paradies für Geologen! Natürlich sind auch Geysire und warme Quellen zu bestaunen. Knapp 10% von Island ist mit Gletschern bedeckt. Gletscherflüsse graben sich tief in das Vulkangestein und erzeugen unzählige kleine und grosse Wasserfälle.

Die neuen, noch rauchenden Lavaströme des im März südöstlich von Reykjavik ausgebrochenen Vulkans ziehen Schaulustige aus der ganzen Welt an. Wir marschieren zum Aussichtpunkt hoch, dann entlang der erstarrten Lavaströme und hoffen, noch glühende, fliessende Lava zu finden. Aber daraus wird leider nichts. Auch das Schauspiel der nächtlichen Eruption verpassen wir.


Unten an der Küste zeigt Island ein anderes Gesicht. Hier trifft man auf saftige Wiesen in weiten Tälern. Zurzeit sind diese gespickt mit Tausenden von Siloballen. Ponys und Schafe sind allgegenwärtig. Letztere bewegen sich erstaunlicherweise nur in kleinen Grüppchen von drei bis fünf Schafen. Grosse Schafherden wie anderswo, sieht man nicht.


Wir haben uns kurzfristig für diese Reise entschieden und konnten nur einen Teil der Insel erleben. Ein nächstes Mal werden wir uns tüchtig in die Eigenheiten von Island einlesen, allein reisen und uns deutlich mehr Zeit nehmen für diese spannende Insel.


































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