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  • Writer's pictureHans und Dorli

Schlauchbriden

Die Fahrt durch die kleinen Dünen ist spassig: Auf und ab, auf und ab, fast wie Wellenreiten. Bei einer grösseren Düne müssen wir die Längssperre zuschalten …, diese will jedoch nicht. Wir steigen aus! Was hängt denn da runter? Ein Luftdruckschlauch hat sich gelöst und mit Sand gefüllt. Hans kriecht unter unser Vehikel, klopft den Sand aus dem Schlauch, steckt ihn ans richtige Ort und fixiert ihn mit einer unserer Schlauchbriden. Weiter geht die Fahrt bis zum wunderschönen Übernachtungsplatz bei der Cathedral!


Nach gut zwei Wochen Sahara zieht es uns in den Hohen Atlas. Toubkal, der höchste Berg von Nordafrika ist 4‘169 müM hoch. Das wäre doch was, denkt Hans, nachdem unsere Freunde Miriam und Chris aus dem Südtirol von ihrer Besteigung berichten und uns mit allen Details versorgen. So wandern wir - anfänglich frisch und munter - 1‘450 Höhenmeter hoch zur Hütte des französischen Alpenclubs von Casablanca. Dort übernachten wir in einem Sechzehner-Schlag. Hans steht kurz nach 4 Uhr auf und steigt weitere 1‘000 Höhenmeter hoch. Pünktlich zum Sonnenaufgang erreicht er - zusammen mit unserem Guide und etwa einem Dutzend anderer Wanderer - den Gipfel. Ganz schön anstrengend der steile Aufstieg, nicht minder der Abstieg. Bei der Hütte stösst Dorli - ausgeschlafen und noch ganz fit - wieder dazu. Zurück in Ilmil sind wir beide geschafft und freuen uns auf eine lange, heisse Dusche.


Diese erhalten wir in der Ferme d’Hôte Akrich, wo uns Doris mit ihren fünf Hunden freudig begrüsst. Wir machen ein paar Tage Pause in diesem Kleinod, welches Doris Nufer rund 20 km südlich von Marrakesch vor rund zwanzig Jahren aufgebaut hat und seitdem ihre Gäste - viele aus der Schweiz - verwöhnt. Während unserem Aufenthalt wird sie im Rahmen der Sendung „Fünfte Schweiz“ von SRF interviewt. Strahlend hört sie mit uns zusammen den Podcast ab.


Gut erholt fahren wir zurück in den Hohen Atlas. Auf einer schmalen Piste durchqueren wir eine enge Schlucht, treffen auf Berberaffen, bewundern die kleinen Äcker und Obstplantagen in den Tälern und staunen ab den farbigen Faltungen der Bergflanken. Wir queren mehr als ein Dutzend Bergpässe, der höchste 2‘870 müM. Bis fast zur Passhöhe treffen wir auf Berber-Behausungen, sowie Schaf- und Ziegenherden mit ihren Hirten. Alleine ist man hier selten!


Natürlich besuchen wir auch eine der bekannten Köngsstädte, nämlich Meknes mit dem Musikmuseum und Mausoleum. Wir übernachten in einer kleinen Riad mitten im Schneiderviertel der Medina. Rundherum surren die Nähmaschinen. Tausende von bunten Fadenspulen bezaubern die dunklen Gässchen. Wir spazieren fasziniert durch die verwinkelten Gassen, kommen beim Fisch- und Gemüsemarkt vorbei, lauschen den Klängen im Musikmuseum und bestaunen das imposante Mausoleum. Zurück in unserer Riad treffen wir auf ein verdattertes deutsches Ehepaar, welches den Weg zur Riad als „gruselig“ empfindet, wir hingegen fühlen uns pudelwohl.


Das Epizentrum des Erdbebens vom 8. September liegt mitten im Hohen Atlas, nahe des von uns bestiegenen Toubkal. In einzelnen Dörfern sehen wir eingestürzte Häuser und Zeltlager, andere Dörfer sind hingegen weitgehend verschont geblieben. In Restaurants und Campingplätzen beklagen sich viele über das Ausbleiben der Touristen. Nach fast drei Jahren COVID ohne Touristen sind die Annulationen nach dem Erdbeben für viele ein herber Schlag. Umso mehr werden wir überall willkommmen geheissen und mit Tee, Kaffe, Berber-Omeletten und natürlich den allgegenwärtigen Tajinen bewirtet. Wir fühlen uns wohl in Marokko! Einziger Dämpfer ist das penetrante Betteln der Kinder und auch Erwachsener beim Durchfahren mancher - aber nicht aller - Dörfer. Die Kinder fordern Süssigkeiten, die Erwachsenen vorallem Zigaretten, Bier und Geld. Diese Bettelei ist lästig und wirkt abstossend! Machten und machen da nicht viele Touristen einen grossen Fehler, indem sie vermeintlich den armen Menschen helfen wollen?


Nun aber genug von Marokko und seinen Tajinen, wir freuen uns auf feine Tapas mit einem Glas Wein in Andalucía!























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