Herzklopfen …

Die Ruta 1406 lockt: Ein schmales Schottersträsschen soll von Marcapata über 40 km auf eine Höhe von 5‘200 müM führen, oben hautnah am Gletscher Puerto Cáliz vorbei und auf der anderen Seite hinunter ins Haupttal. Mehr wissen wir nicht. Schaffen wir das mit unserem Boryx? Mit etwas Herzklopfen fahren wir frühmorgens los. Herrliches Wetter! Wir sind mutterseelenallein, ab und zu ein Hirt mit seiner Lama-Herde. Wir gewinnen langsam, aber stetig an Höhe. Rundherum strahlen die Gletscher des Ausungate-Massifs. Auf den letzten zweihundert Höhenmeter liegt etwas Schnee, das Strässchen ist schmierig. Kein Problem für Boryx in der Untersetzung. Eine letzte Kurve, die riesige Gletscherzunge liegt vor uns. Unglaublich schön! Nun rollen wir gemütlich auf der breiter werdenden Piste talwärts. Allerdings zieht sich die Strecke: Die Asphaltstrasse im Tal erreichen wir erst nach 140 km. Nach langen 10 Stunden erreichen wir unseren Übernachtungsplatz, erleichtert und stolz!
Ein ander Mal zu Fuss: „Choquequirao, diese Inka-Ruine muss man sich verdienen.“ Wie wahr ist diese Warnung! Von Cachora aus geht es 1‘400 Höhenmeter runter zum Fluss Apurimac und an der gegenüberliegenden Bergflanke wieder 1'400 Höhenmeter hoch, verteilt auf zwei Tage, meist an der prallen Sonne. Am dritten Tag dann die Besichtigung der eindrücklichen Inka-Ruine mit den steilen Terassenfeldern, den genialen Bewässerungsanlagen und den erstaunlich grossen Häusern. Auch an diesem Tag läppern sich 900 Höhenmeter zusammen. Die gleiche Tortur auf dem zweitägigen Rückweg, zum Glück mit etwas weniger Sonne. Vor zehn Jahren fiel uns dieser Trek einiges leichter, diesmal haben wir es - auch hier mit Herzklopfen - gerade so geschafft. Müde, aber zufrieden legen wir einen Ruhetag ein!
Es geht auch kühler: Ein paar Tage später fahren wir zu den Montañas de Colores hoch und übernachten auf 4‘580 müM beim Start des kurzen Wanderwegs. Trotz Höhe und Gewitter schlafen wir bestens. Am anderen Morgen hat’s Nebel! Wir frühstücken gemütlich und hoffen auf Sonne. Tatsächlich drückt sie gegen 9 Uhr durch. Wir - und ein paar Touristen aus Cusco - marschieren los zum Grat mit der tollen Aussicht. Da holt uns ein veritabler Schneesturm ein, verdirbt die Sicht und kühlt uns tüchtig aus! Anderntags ein gänzlich anderes Wandererlebenis im Cañon de Tinajani. Der morgendliche Spaziergang bei Sonnenschein entwickelt sich zu einer Kletterei durch enge Felspassagen!
Heilig im Valle Sagrado: Für die Inkas waren der Fluss, der fruchtbare Talboden und die umliegenden Berge heilig. Darum finden sich hier unzählige Inka-Ruinen. Wir besuchen die kreisrunden Terassen in Moray, welche mit ihren unterschiedlichen Mikroklimen als landwirtschaftliche „Forschungsanlage“ dienten. Auch die unzähligen Salzbecken von Maras wurden schon von den Inkas - und werden auch heute noch - genutzt. Letztlich besuchen wir das „esoterische“ Dorf Pisac und seine Terassenanlagen mit toller Sicht auf das ganze Tal. Erstaunlich, was die Inkas und ihre Vorgängerkulturen erschaffen haben.
Letzter Halt in Peru: Am riesigen Titikaka-See auf 3‘800 müM finden wir einen genialen Platz, bleiben gleich ein paar Tage und bringen auch unsere Bikes in Schuss. Direkt vor unserer Nase ankert ein Spitalschiff, welches von Hafen zu Hafen tuckert und der lokalen Bevölkerung medizinische Versorgung bringt. Ein Ausflug zu den indigenen Uros gibt uns Einblick in das Leben von vier Familien, welche auf einer kleinen, schwimmenden Schilfinsel wohnen und von Fischfang, Entenjagd und etwas Tourismus leben.
Morgen werden wir über die Grenze nach Bolivien fahren. In diesem Land sind wir im März 2020 wegen Covid gestrandet (https://www.nodere.com/post/warten). Was erwartet uns wohl diesmal?




















































Vielen Dank für die tollen Bilder, die viele schöne Erinnerungen wecken. Ich bin auf zwei langen Perureisen eine ähnliche Strecke abgefahren, allerdings solo und alles per ÖV (Bus). Geniesst Euer Abenteuer im vielleicht schönsten Land der Welt.